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Alric
Alric von Hohenheim
Spürst Du die Sehnsucht?
17.03.19 0 Posts
32 Jahre Reinblut
Vor zweieinhalb Jahren hat es das deutsche Reinblut aus dem Schwarzwald nach England verschlagen, wo Alric von Hohenheim als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Seven Oaks Universität arbeitet und lehrt. Kräuterkunde war schon immer eine Herzensangelegenheit für den 32-jährigen, der eigentlich Erbe des großen Familienunternehmens für Zaubertrankzutaten ist. Aktuell sucht er aber lieber noch Abstand zu seiner Familie, nicht zuletzt wegen eines tragischen Blutfluchs, dessen Auswirkungen die von Hohenheims zerrissen hat. Deshalb sieht er auch keine Perspektive für sich und Marisa Markoff, mit der er ungeplant eine kleine Tochter hat. Abweisend wie er sein kann, stößt er deswegen beide entschieden von sich.


Lily


#1

Alric von Hohenheim



Spürst Du die Sehnsucht?
Fühlst Du die Hoffnung brennen?
Verloren in Leid und Dunkelheit
Geboren aus Blut und Tränen


auf einen blick


NAME: Alric von Hohenheim

Die Wurzeln der Familie von Hohenheim lassen sich noch weiter zurückverfolgen, aber zu Namen und Ehre gelangten sie im 16. Jahrhundert, als das damalige Familienoberhaupt Paracelsus sich einen Namen als Alchemist machte. Er war außerdem Heiler und stellte auch in diesem Gebiet nennenswerte Forschungen an - eine Kombination, in der ihm viele weitere Generationen nachfolgten. Als es die Familie gut hundert Jahre später durch Heirat, bzw. Mitgift, aus der Schweiz in den Schwarzwald verschlug, begann man mit dem Aufbau des heutigen Familienunternehmens. Von Hohenheim ist vor allem bekannt als Hohenheimer Zaubertrankzutaten. Man besitzt und leitet einen der größten europäischen Hersteller und Lieferanten eben dieser Substanzen. Einige Pflanzen, Tiere, Minerale und sonstige Substanzen werden selbst gezüchtet oder abgebaut, andere werden zugekauft und lediglich verarbeitet und portioniert. Zaubertränke stellt das Unternehmen nicht her, allerdings werden seit einigen Jahren ,Fertigzaubertrankmischungen‘ vertrieben. Kunden sind vor allem weiterverarbeitende Firmen, Apotheken, Krankenhäuser und Schulen.

Der Öffentlichkeit gänzlich unbekannt ist eine zweite Besonderheit der Familie, eine sehr viel dunklere. Denn seit dem 18. Jahrhundert trägt man einen Blutfluch, der in jeder Generation der Hauptlinie einmal seinen Tribut fordert. Wie der Name schon anzeigt, ist die Familie nicht nur reinblütig, sondern von Adel, und verfügte damit in den feudalen Strukturen des 18. Jahrhunderts nicht nur über Geld, sondern auch Land und Leute. Gratis dazu gab es die passende Arroganz, die dazu führte, dass das damalige Familienoberhaupt nach einem Brand einen minderjährigen Zauberer dafür bestrafte - obwohl dessen Vater dabei gestorben und er vermutlich unschuldig war. Es war aber einfach und es ging schnell. Schuldiger gefunden, Thema erledigt. Seine muggelgeborene Mutter verfluchte daraufhin die Familie, selbst hilflos erleiden zu müssen, wie durch einen Unfall des eigenen Kindes jemand anderes in der Familie starb. Auf dass die Gedankenlosigkeit und Willkür der besseren sozialen Stellung enden möge. Es war aber sicher nicht der Fluch, der zum Ende des Adels führte, das reine Blut gibt es immer noch und ob die Familie irgendetwas daraus gelernt hat, darf man anzweifeln.

GEBURTSTAG: 01.03.1992

BLUTSTATUS: Reinblut

ZUGEHÖRIGKEIT: Sonstige
BERUF: wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehrstuhl für Kräuterkunde in den Studiengängen Heilkunde und Medimagie an der Universität Sevenoaks & ausgebildeter Apotheker
Seit ziemlich genau zwei Jahren ist Alric nun wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sevenoaks und fühlt sich damit sehr wohl. Eher ungeplant und durch einige Gastvorträge angetestet, startete er zunächst für ein Jahr als Teil eines Projektteams in Allgemeine Krankheitslehre. Das Projekt erforschte pflanzlich bedingte Krankheitsursachen und er brachte botanisches Wissen ein.
Und dabei hätte es zunächst auch bleiben sollen, war das Projekt doch zeitlich begrenzt und dann beendet. Aber es gefiel dem Zauberer so gut, dass er sich währenddessen für eine dauerhafte Stelle in Kräuterkunde bewarb. In diesem Fach ist er ohnehin viel mehr der Experte und hat auch viel mehr Spaß am Unterrichtsstoff. Kräuterkunde ist eine Vorlesungsreihe, zu der Alric ein Tutorium leitet. Da der Professor allerdings erkrankt ist und diese Krankheit in einigen Jahren einmal zu seiner Pensionierung führen wird, übernimmt Alric auch zunehmend häufiger Vorlesungen. Zeitweise auch wieder weniger, je nach Gesundheitszustand. Er macht es gerne und kann dabei immer auf die Expertise, die Unterlagen und die Konzepte des Professors zurückgreifen.
Die Studenten sind Alric sehr wichtig. Er legt Wert darauf, immer ansprechbar zu sein und bei diversen Problemen weiterzuhelfen, die nicht immer rein fachlicher Natur sein oder im universitären Kontext stehen müssen. Dazu hat er selbst zu sehr die Erfahrung gemacht wie es ist, ältere Vertraute wie z.B. Familienmitglieder nicht ansprechen zu wollen und etwas anderes zu brauchen, als den Rat eines Kommilitonen. Er ist auch jung genug, seine Studenten in vielen Punkten verstehen und unkompliziert mit ihnen kommunizieren zu können. Ganz der lockere Kumpeltyp wird er allerdings trotzdem nie sein, da er immer ein bisschen Distanz hat, immer etwas verbirgt und ein Stück weit unpersönlich bleibt.
Sein Herz hat Alric schon in der Schule in Kräuterkunde an die Botanik gehängt. Eigentlich noch eher, als er als Kind mit seiner Familie Pflanzen-Quartett spielte und die heimischen Anpflanzungen erkundete. Das heißt, dass sowohl Großeltern als auch Eltern schon früh erfolgreich in diese Richtung dirigiert haben. Flora, Fauna, Alchemie: Später dann wurde es Pflicht, einen Beruf aus diesen Bereichen zu erlernen, der inhaltlich zur Unternehmensausrichtung von Hohenheimers Zaubertrankzutaten passte, oder aber für die Unternehmensführung sinnvoll wäre. Alric entschied sich daher für eine Ausbildung zum Apotheker und sammelte in diesem Bereich auch Erfahrungen, allerdings mit einem Krankenhaus in anderer Ausrichtung als in einem Ladengeschäft. Danach folgte der Wechsel ins Familienunternehmen und der weitere Ausbau seiner Fachkunde. Hier konnte er auch der Botanik wieder näher kommen, sodass er heute sehr viel mehr über die pflanzlichen Bestandteile von Zaubertränken und deren Wirkung weiß, als über die tierischen. Seine Familie war alles andere als begeistert, als er das Unternehmen für seine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter aber wieder verließ.

HERKUNFT: Burg Huwensteine bei der Teufelsküche; Schwarzwald; Deutschland
In den Tiefen eines der magischsten Gebiete Europas liegt die Huwensteine, eine Höhlenburg, tief in den Fels gehauen, die im Muggelvolksmund fälschlicher Weise als Ruine Hauenfels bekannt ist. Die Burg ist für Muggelaugen auch schon lange geschleift und wirkt ziemlich mickrig. Unmittelbar daneben befindet sich die Teufelsküche, eine Ansammlung von Höhlen, bei denen man unschwer erahnen kann, welche Geschichten unter den Muggeln zu dieser Namensgebung geführt haben mögen. Für die Familie von Hohenheim bieten sie dagegen sehr praktische Außenanlagen. Eine der kleineren Höhlen ist beispielsweise der Standard-Apparierplatz.
Ähnliche hübsche Namen sind in der Umgebung weit verbreitet. Viele andere mehr oder weniger prächtige, aber zumeist recht alte Landsitze magischer Familien liegen zerstreut in den umliegenden Bergen und Tälern.
AKTUELLER WOHNORT: London; England
Man kann seinen Arbeitsplatz mögen, aber man muss nicht dort wohnen. Und als Wohnort findet Alric London definitiv attraktiver, weshalb er hier eine kleine Wohnung bezogen hat, die für Londoner Verhältnisse nicht allzu teuer und dementsprechend etwas schäbig ist. Damit liegt er weit unter seinem Budget, fühlt sich aber wohler. Und so mancher Mangel ließ sich mit dem Zauberstab gut ausgleichen.

BESONDERHEITEN: keine

Familie


VATER: Odovacar von Hohenheim | 65 Jahre | *1959 | Reinblut | Unternehmer & Zaubertrankmeister
Odovacar leitet seit etwa 10 Jahren die Familiengeschäfte und hat sich in dieser Zeit auch stärker als operatives Oberhaupt der Familie durchgesetzt. Ein bisschen steht er allerdings immer noch unter dem Pantoffel seines Vaters, was ihn schon sein ganzes Leben lang ausgesprochen nervt; ein Zustand, den er gern an sein Umfeld weitergibt und andere mit teilweise fragwürdigen Aktionen spüren lässt. Er meint auch immer noch, dass er sich gegenüber seinem verstorbenen Bruder behaupten müsse.
Seinen Kindern und seiner Frau gegenüber hat Odovacar sehr klare Vorstellungen, Regeln und Anforderungen. So haben sie alle sich zu benehmen und für die Familie alles zu geben, sich dabei auch den Interessen der Familie - sowie denen seines Vaters und seinen eigenen - unterzuordnen. Dass sein ältester Sohn Alric sich hier seit einigen Jahren zunehmend durch räumlichen Abstand aus der Affäre zieht, passt ihm gar nicht und führt immer wieder zu Streitigkeiten. Dabei sah es lange Zeit doch so gut aus, nachdem der Junge in der Schule die Kurve bekam und anschließend im Familienunternehmen arbeitete. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Odovacar immer noch Geduld aufbringt. Er ist der Ansicht, dass Alric früher oder später allein wieder zurückfinden wird. Auch wenn früher besser wäre, schließlich gehört die Familie fortgeführt.

MUTTER: Adalind von Hohenheim, geb. de Meuron | 57 Jahre | *1967 | Reinblut | Haushexe
Mit Adalind kam eine angemessene Ehefrau ins Haus, an der ihre Schwiegermutter lediglich noch einiges an der Haushaltsführung kritisieren konnte - egal, wie gut Adalind war, es war Pflicht für Berengaria, etwas zu finden. Aber auch, wenn Adalind eine Haushexe ist und sich früher um die Kinder und später als Vorsitzende diverser Komitees um allerlei gesellschaftliche Verpflichtungen bemühte, gibt sie doch noch mehr her als Küche und Repräsentantin. Sie stammt selbst aus einer Unternehmerfamilie. Genau das war von Anfang an die Basis zwischen den Eltern und Adalind ist hinter den Kulissen eine Beraterin ihres Mannes. Daneben ist sie aber bescheiden und hängt ihre Fähigkeiten nicht an die große Glocke. Zumindest zweien ihrer Kinder konnte sie diese Eigenschaft jedoch nicht weitergeben.
Wie alle in der Familie leidet auch sie auf ihre ganz eigene Weise unter dem Familienfluch. Sie erfuhr erst davon, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war und etwas ist dabei in ihr zerbrochen. Die eigenen Kinder nicht schützen zu können hat sie außerdem still gemacht. Sie versucht es zu verstecken, versucht auch, der Familie ihres Mannes keinerlei Vorwürfe zu machen. Aber es ist schwer. Genau deshalb schafft sie es auch nicht, ihre Kinder in eine Ehe zu drängen, obwohl ihre Erziehung und Prägung ihr eigentlich sagen, dass es Zeit ist. Aber sie will keine Frau in ein Leben wie ihres verdammen und sie hat Angst davor, dass Saxa vom Regen in die Traufe gerät.

KLEINER BRUDER: Pippin von Hohenheim | 30 Jahre | *1994 | Reinblut | Kaufmann in der Buchhaltung
Bei Pippin hat der Familienfluch zu einem nachhaltigen Knacks in seinem Selbstbewusstsein geführt. Er sieht den Ausbruch als seinen Fehler und manchmal hat er gar gedacht, es wäre besser gewesen, wäre er dabei gestorben, und nicht seine Oma. Er ist außerdem nur der zweite in der Rangfolge des Familienerbes. Statt sich dadurch erleichtert zu fühlen, ist er eifersüchtig auf Alric. Immerhin hat dieser damit einen Lebensplan. Im Gegensatz zu Saxa ist Pippin zwar immer noch sehr viel zielorientierter, aber laut Alric hat er es trotzdem zu gerne, wenn ihm jemand Entscheidungen vorkaut und abnimmt. Vielleicht wäre es besser, wenn auch Pippin endlich mal flügge wird.
Doch stattdessen hat er so lange noch zu Hause gewohnt, bis er vor zwei Jahren geheiratet hat. Von einem Nest ins nächste. Alric mag seufzen, spötteln und wissen, dass Pippin neidisch ist - um dessen Ehe jedoch kann anders herum der Ältere den Jüngeren beneiden. Pippin kann eine Familie und ein normales Leben haben und er weiß es nicht einmal zu schätzen, nach Meinung des Älteren. Pippin würde dagegen vermutlich protestieren. Seit Jahren schon arbeitet Pippin außerdem im Familienunternehmen und zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist es wohl besser, dass Alric dieses verlassen hat und die Brüder sich ein wenig aus dem Weg gehen können.

KLEINE SCHWESTER: Saxa von Hohenheim | 26 Jahre | *1998 | Reinblut | Gelegenheitsarbeiterin
Die Erwartungen an Saxa sind geringer als an die Söhne, da sie nicht für den Erhalt der Familie verantwortlich ist. Auch weiß sie, dass der Fluch ihre möglichen Kinder nicht ereilen wird, da sie die von Hohenheims verlässt, wenn sie in eine andere Familie einheiratet. Im Vergleich zum Verlobungswahn manch anderer Reinblüter, kürzlich so auch in England ausgebrochen, sind ihre Eltern außerdem entspannt, was eine Hochzeit angeht. Solange sie denn in absehbarer Zeit stattfindet, und das reinblütig.
Allerdings ist Saxa im zarten Altern von 10 Jahren ihr Leben entglitten, als sie es war, die vom Familienfluch getroffen wurde und durch einen tragischen Unfall ihre eigene Oma tötete. Ihre Brüder mögen sich zwar ebenfalls die Schuld geben, aber für Saxa ist die Sache eindeutig. Sie kann es seit diesem Tag auch in den Augen ihrer Eltern und ihres Großvaters lesen. Ihre Brüder waren außerdem schon auf der Schule für magisch begabte Kinder und ließen sie zu Hause zurück. Seitdem fühlt Saxa sich allein, schafft es nur schwer, zu jemandem in der Familie ein positives, einigermaßen intaktes Verhältnis zu halten. Vor allem ihre Eltern meidet sie daher, ist schon vor Jahren zu Hause ausgezogen. So ist es leichter, sich der Verantwortung nicht zu stellen, leichter, der Realität durch nicht ganz legale Substanzen zu entfliehen oder irgendwo in der Ferne, wo niemand sie kennt, Abbitte durch ehrenamtliche Arbeit zu leisten.

GROSSELTERN: Walchelin von Hohenheim | 95 Jahre | *1929 | Reinblut | Unternehmer & Botaniker
oo Berengaria von Hohenheim, geb. Sternau | 1933-2010 | Reinblut | Haushexe

Unternehmer heute eher nur noch dem Namen nach, hat der alte Walchelin die Rolle des Patriarchen doch noch nicht ganz abgegeben. Das liegt einfach nicht in seinem Wesen. Er ist es zu sehr gewohnt, dass alles nach seinem Willen läuft. Gesundheitlich ist er allerdings nicht mehr ganz auf der Höhe und eigentlich kann man sagen, dass er bereits seit dem Tod seiner Frau etwas nachlässig geworden ist. Das Verhältnis von Alric zu seinem Großvater ist gespalten, denn ganz sicher sind sie nicht immer einer Meinung und Alric strebt eher danach, seinem Einfluss zu entkommen.
Da war die Beziehung zu seiner Großmutter besser. In vieler Hinsicht unbeugsam und strikt hatte Berengaria mit ihren Enkeln deutlich mehr Nachsehen als mit Sohn und Schwiegertochter. Nie war der Haushalt so ordentlich und straff wie in den Jahren, als sie noch lebte und gewiss hatten ihre Enkel einen Heidenrespekt vor ihr. Sie wussten aber auch, dass sie bei ihrer Oma immer einen guten Ratschlag und ein offenes Ohr finden würden.

URURURURGROSSVATER: Thancmar von Hohenheim | 1830-1853 | Reinblut | Alchemist
Auch Thancmar wurde vor vielen Generationen Opfer des Familienfluchs. Darüber war er so erbost, dass er bis heute als Geist die Familienburg heimsucht - Gott sei Dank meistens in deren untersten Tiefen. Seiner Meinung nach verweichlicht die Gesellschaft und von Zeit zu Zeit hält er es für angebracht, die Familie daran zu erinnern und sein Gift zu versprühen, das tief von Reinblut- und Adelsideologie durchdrungen ist. Der Fluch ist eine Unverschämtheit, hätte niemals ausgesprochen werden dürfen und es ist ein Unding, dass bis heute noch niemand eine Lösung dafür gefunden hat. Wenigstens könnte man sämtliche Schlammblüter der Region dafür bestrafen.
Nicht besonders schwer vorstellbar, dass die lebenden Hohenheimer nicht die beste Beziehung zu Thancmar pflegen. Allerdings hat dieser ein Gespür für miese Stimmungen seiner Verwandten und auch Alric muss zugeben, dass der Geist es schon geschafft hat, seine Wut zu treffen und zu nähren. Sein Einfluss ist also gefährlich und sollte nicht als banal abgetan werden.

GROSSELTERN MÜTTERLICHERSEITS: Vincent de Meuron | 89 Jahre | *1935 | Reinblut | Unternehmer
oo Marie de Meuron, geb. Falkenstein | 87 Jahre | *1937 | Reinblut | Haushexe

Da die Eltern seiner Mutter nicht im gleichen Haus wohnen, im Gegensatz zu den Eltern seines Vaters, bekamen Alric und seine Geschwister Oma und Opa de Meuron seltener zu Gesicht. Das machte die Ausflüge zu ihnen, die traditionell in den Ferien anstanden, jedes mal zu einem Highlight. Und auch nach Ausbruch des Familienfluchs kamen die Geschwister gern weiter hierher. Zwar vertreten auch die de Meurons ähnliche Werte wie die von Hohenheims, aber hier war die Welt immer ein bisschen leichter, grüner, heiler.

ONKEL: Vulferam von Hohenheim | 1956-1973 | Reinblut | Schüler im 7. Jahrgang
Alric hat seinen Onkel nie kennengelernt und weiß auch nicht viel über ihn, da in der Familie nicht über Vulferam im Allgemeinen und die Umstände seines Todes im Besonderen gesprochen wird. Es lässt sich zusammenreimen, dass der damals 17-jährige der Liebling seines Vaters und auf bestem Wege war, ein Vorzeigeerbe zu werden. Dann allerdings ereilte die Familie erneut der Blutfluch und bei einem Unfall erschlug Odovacar seinen älteren Bruder.

ONKEL UND FAMILIE: Sebastian de Meuron | 65 Jahre | *1959 | Reinblut | Partner im Schokofroschimperium
oo Cateline de Meuron, geb. Lorraine | 52 Jahre | *1972 | Reinblut | Haushexe
sowie deren Kinder Maximilian | 1995-2018 | Student
und Aurora | 21 Jahre | *2003 | Creadicus-Studentin


FREUNDIN UND TOCHTER: Marisa Makoff | 20 Jahre | *2004 | Halbblut | Medimagier-Studentin
und Natalia Makoff | Säugling | *24.12.2024 | Halbblut

Marisa war nicht so geplant. Eigentlich hält Alric Frauen auf Abstand und war sich sicher, dass aus ihm und Marisa nie etwas ernstes werden würde. Allein ihr Alter sprach schon dafür. Der Umstand, dass sie seine Studentin war, noch viel mehr. Dass es mit ihr mit der Zeit anders wurde, hat er zu spät gemerkt und noch länger davor die Augen verschlossen. Davor, dass er sie mag, sehr. Erst war sein Bett wärmer, wenn sie da war, dann seine Wohnung, dann sein Leben. Irgendwie hat Marisa es geschafft, bei ihm nicht den Reflex ,wegstoßen‘ auszulösen, den er sonst bei Nähe zeigt. Sie ist nie in seinen kritischen Bereich eingedrungen, hat keine kritischen Erwartungen gestellt und immer nach seinen Regeln gespielt. Damit funktionierte lange das Wort ,praktisch‘ zur Verharmlosung und es war lange einfach, nicht zu spüren, wie viel er selbst ihr bereits gab.
Ihre Schwangerschaft löste bei ihm allerdings eine Lawine aus Schreckensbildern aus, die diesem Kind und womöglich auch Marisa durch seinen Fluch passieren würden. Also drängte er sie vergeblich zur Abtreibung. An diesem Zwist ist die Beziehung zerbrochen, aber da sie bald ein kleines Wesen aneinander bindet, ist es damit noch lange nicht vorbei. Alric hat nur keine Ahnung, was er tun soll. Vielleicht wäre es besser, nie eine emotionale Bindung zu seinem Kind aufzubauen. Er wehrt sich vehement dagegen an die Illusion zu glauben, es könnte einfach perfekt sein.

akademisches


(EHEM.) SCHULE: Schule für magisch begabte Kinder, 2003-2010

NOTEN UTZ:
# Astronomie (E)
# Kräuterkunde (O)
# Pflege magischer Geschöpfe (O)
# Zauberkunst (A)
# Zaubertränke (A)
Wenn Alric irgendein Fach in der Schule gehasst hat, dann war das Zaubertränke. Er war nie besonders gut und quälte sich damit die gesamten sieben Jahre lang, da es außer Frage stand, dieses Fach abzuwählen. Schlimmer noch, für den UTZ-Kurs mussten die ZAGs mit einem E bestanden werden. Seine Familie war in dieser Anforderung aber unerbittlich.

AGs: Englisch (1.-5. Klasse), Altertümliche Magie (2.+3. Klasse), Theorie der Magie (5.+6.Klasse), Alchemie (6.+7. Klasse)
Englisch lernen war Pflicht im Hause eines international agierenden Unternehmens, lediglich während der UTZ-Kurse trat diese AG in den Hintergrund. Darüber hinaus bestanden Alrics Eltern ständig darauf, dass er an einer AG teilnahm, und zwar an einer sinnvollen. So hat er sich Alchemie nicht gerade freiwillig ausgesucht. Nur in der 4. Klasse schlug die Pubertät bei Alric durch und er weigerte sich standhaft.

SCHULPOSTEN: Schulsprecher 2009/10
Gerade weil Alric nicht immer der mustergültige Schüler war und in den ersten Schuljahren eine Menge auf dem Kerbholz ansammelte, wurde seine Entwicklung honoriert. Seine akademisch weniger glanzvollen Taten hatten ihm einen Ruf eingebracht und damit auch Einfluss auf seine Mitschüler. Den konnte er in seinem letzten Schuljahr dann auf sinnvolle und verantwortungsvolle Weise nutzen.

QUIDDITCHPOSTEN: keiner

charakter


Alric ist ein Freund von schneller Entschlüssen. Er kann Dinge abwägen und überlegt handeln, erachtet alles andere oft auch als dumm, aber er denkt Dinge sicher nicht tot und ist nicht glücklich damit, länger als notwendig mit einer ungelösten Frage oder planlos durch die Gegen zu laufen. Entsprechend unzufrieden ist er damit, dass er keinen rechten Lebensplan hat - oder vielmehr, dass der, den er gern hätte, eindeutig Familie einschließt, nämlich sowohl eine intakte Familie mit Eltern und Geschwistern als auch eine Frau und Kinder, und dass diese Idealvorstellung durch den Blutfluch seiner Familie ordentlich zerstört worden ist. Das gilt für beide Teile dieser Familie. Denn der bestehende hat sich nie davon erholt, dass seine Geschwister und er sich alle drei für den Tod ihrer Großmutter verantwortlich fühlen und einem unbekannten Vorfahren ohne Erfolg vorwerfen, ihr Leben ruiniert zu haben. Und den anderen Teil, den er sich so wünscht, versagt er sich gleichzeitig, da er ihn sehenden Auges in die Katastrophe führen würde und sein eigenes Blut daran Schuld wäre. Es wirft ihn in eine tiefe Zwickmühle, dass er nun ungewollt Vater geworden ist.
Da es für Alric nicht in Frage kommt, sich ernsthaft in eine Frau zu verlieben und sich zu binden, hat er es zum Sport gemacht, sich Betthäschen für kurzlebige Affären zu suchen. Nicht zu viel Zeit mit jemandem verbringen, um keine Gefühle zu entwickeln. Stattdessen nutzt er Frauen bewusst aus, um sie damit auf Abstand und gleichzeitig klein halten. Beides nichts, was er bei einer echten Partnerin wollen würde und damit eine Strategie, die die Frauen für ihn damit nicht in dieses Licht rückt. Er weiß selbst, dass das ziemlich erbärmlich ist, aber es war lange Zeit das beste, was ihm einfiel. Also aber kein Wunder, dass er letztlich gescheitert ist. Dabei hat es vor allem mit klein halten bei Marisa lange gut funktioniert. Mit dem Abstand dafür umso weniger.
Das Loch, das der Fluch in sein Leben gerissen hat, hat Alric bis heute nicht richtig stopfen können. Es schmerzt und oft genug fühlt er sich durch den Fluch gefangen und niedergedrückt. Dabei passt es ihm ganz und gar nicht, sich dadurch sein Leben diktieren zu lassen. Instinktiv kämpft er gegen diese Einengung an und steht so unter dem Drang, ausbrechen zu wollen, obwohl da gar nichts greifbares ist. Dabei hat er es mit Auseinandersetzung und der Suche nach Lösungsmöglichkeiten ebenso versucht wie mit Distanz. Was er allerdings bisher noch nicht versucht hat, ist Akzeptanz. Und der Versuch, Wunden innerhalb der Familie zu heilen, Brücken wieder neu aufzubauen, sich wieder umeinander zu kümmern.
Obwohl Alric sich also sowohl um sein Leben als großes Ganzes als auch um kleinere Details seine Gedanken macht, in seiner Arbeit auch sehr systematisch vorgehen kann, kann es dem Zauberer passieren, dass er unter stärkeren Emotionen zu Kurzschlussreaktionen neigt. Teilweise bereut er diese im Nachhinein. Meistens ist er jedoch zu stolz, das dann zuzugeben oder gar zu revidieren. Ein solches Vorgehen würde sich für den Erben der Hohenheimer auch nicht gehören, hat er früh beigebracht bekommen. Damit wird klar, dass Alric nicht ganz frei von Standesdünkel ist, obwohl er mittlerweile einiges besser weiß als noch als Jugendlicher mit beschränktem Erfahrungshorizont. Die Wichtigkeit des reinen Blutes wurde bei ihm ordentlich relativiert, ist aber noch vorhanden. Gerade bei schlechter Laune oder wenn es ihm dienlich ist, kann er den reichen, reinblütigen, adligen Kotzbrocken herauskehren. Er kann es sich schlicht leisten und ist zu diesem Verhalten nicht nur ganz einfach als Kind schon herangezogen worden, sondern hat auch wiederholt die Erfahrung gemacht, damit erfolgreich zu sein.

Der Blutfluch hat sich natürlich auch auf Alrics Persönlichkeit und sein Verhalten ausgewirkt. Ein Aspekt davon ist, dass er die Einstellung hat, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann. Bei allem Schrecken hat das auch etwas befreiendes. Es führt außerdem dazu, dass der Zauberer risikobereit ist und mit einer ,was-solls‘-Einstellung sowohl anecken kann, als auch es sich ziemlich einfach machen kann. So erlebt er mehr, so ist er spontan, so wirkt er auf andere befreit, worauf so mancher neidisch sein mag. Was er mit einem leicht abfälligen Blick quittiert, denn sie haben ja keine Ahnung.
Es ist einfacher, an dieser Stelle abzublocken und sich bei Bedarf in Arroganz zu flüchten, anstatt die Wahrheit zu erzählen. Eine Wahrheit, die auch nicht ihm allein gehört und die seine Familie unter Verschluss hält. Selbst wenn er die Persönlichkeit hätte, davon erzählen zu wollen, so könnte er es nicht. Darf es nicht und respektiert dieses Verbot. Es gibt damit immer etwas, was er zurückhält, anderen nicht erzählt. Insgesamt ist er dadurch zurückhaltender geworden, private Dinge und Gefühle preiszugeben. Es macht Beziehungen zu ihm schwieriger und baut zwischen ihm und anderen eine gewisse Distanz auf. Andere können ihn als abweisend empfinden, sowohl auf unfreundliche, als auch lediglich auf verschlossene Art und Weise. Für Freunde ist es eine Frage des Vertrauens und der Akzeptanz.

Ein anderer Aspekt des Fluches ist, dass Alric eine Wut in sich trägt, für die er keine Lösung hat. Es gehört das Empfinden dazu, dass es ungerecht ist, unter dem Fluch zu leben. Er sieht sich selbst beeinträchtigt, aber auch und vor allem die Beziehungen innerhalb seiner Familie, die es letztlich sind, was den Fluch allgegenwärtig macht. Es ist ein Antrieb, aber sicher kein guter. Er hat Alrics Berufswahl beeinflusst ebenso wie seinen Weg nach England.
Für diese Wut und Unzufriedenheit braucht er Ventile. Nachdem er ein schwieriges Kind war, versucht er es seit seinem 16. Lebensjahr mit Strebsamkeit, um wenigstens noch etwas gutes daraus zu machen. Mittlerweile hat er erkannt, dass das allein aber nicht reicht, dass das im Gegenteil dazu führen würde, dass er irgendwann explodiert. Deswegen sucht er sich heute bewusst Ausgleiche. Und allein mit braven Ausgleichen wie beispielsweise Laufen gehen kommt er nicht weit. Dass er sich andere Möglichkeiten sowohl traut, als auch sich leisten kann - soziale und finanzielles Polster sei Dank - kommt ihm natürlich dabei sehr gelegen. Manchmal tut es eine Variante von Kneipenschlägerei, manchmal funktioniert Kampfsport. Auch eine Motorradtour hilft und wenn es doch einmal ruhiger, aber gleichsam befreiend sein soll, geht Alric wandern oder klettern. Für den Geist sind auch diverse nicht ganz legale oder halblegale Vergnügungen hilfreich, wie etwa völlig sinnlose Wetten und zu viel Alkohol.
Es sind Inseleskalationen, kein Dauerzustand. Aber Alric kann deshalb verstehen, weshalb seine Schwester diesen Weg nicht als Ausgleich, sondern dauerhafte Flucht wählt. Er selbst hingegen achtet darauf, wer von seinen Abenteuern etwas mitbekommt und wie sehr sie sein alltägliches Leben beeinträchtigen. Als Familienerbe konnte er sich das als Angestellter im eigenen Unternehmen trotzdem gut erlauben. Auf die Entfernung drang nur ein Bruchteil bis zu seinen Eltern durch und die Handhabe war auf argumentativer Ebene doch beschränkt, war es doch für den Sprössling sehr einfach, die Schuld in die älteren Generationen zurückzuspielen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist das jetzt etwas anderes, besonders, seitdem der Kontakt zu den Studenten wächst und er damit in eine Vorbildrolle gerät. Für ihn selbst funktioniert die ignorante Attitüde weiter, aber sie gerät nun in Zwist mit dem Verantwortungsgefühl gegenüber anderen. Oder anders ausgedrückt: Der störrischen Junge, der hier immer noch da ist und mit 15 nicht komplett abgelegt wurde, wird weiter erwachsen.
Dieser herausfordernde und abenteuerlustige Zug rührt allerdings nicht nur aus der Frustverarbeitung her. Alric hat eine impulsive Ader, die ihn bereits von Natur aus leichtsinnig und verspielt machen kann. Das innere Kind im Mann. Genauso aber auch Teil seiner Entschlusskraft. Es kann ihn außerdem ungeduldig und unwirsch werden lassen. Ungeduld ist auch nicht gerade ein Zustand, in dem Alric sonderlich höflich oder gar freundlich ist und neben Unwillen der häufigste Auslöser, aus dem er aufbrausend ist. Er war in seinem Leben selten in der Situation, dass er sich dabei zusammenreißen musste, weshalb er Kontrolle hier auch nur bedingt gelernt hat. Man kann also wohl froh sein, dass sowohl seine Großmutter als auch sein Meister, bei dem er die Ausbildung zum Apotheker machte, viel wert auf einen guten Umgangston und angemessenes Verhalten legten. Denn bei seiner Anstellung an der Seven Oaks muss Alric sich nun daran erinnern. Marisa kann ein Lied davon singen, wie aufgestaute Zurückhaltung sich abends ihr gegenüber entlud, manchmal auch etwas lauter.

Als ältester mehrere Geschwister und Erbe eines großen Unternehmens verwundert es nicht, dass sich Alric zu einem dominanten Menschen entwickelt hat. Es ist für ihn etwas selbstverständliches, in Gruppen die Führung zu übernehmen. Sein Leben lang hat ihm diese, sieht man von Vater und Großvater sowie seinem Apothekenlehrmeister einmal ab, auch niemand jemals abgenommen. Dass man für ihn mitdenkt oder sich gar um ihn kümmert, ist Alric eher fremd, weshalb er solche Anwandlungen genauso wie Hilfeleistungen nicht sehr gut annehmen kann und auch häufiger zurückweist. Und das, obwohl er selbst anderen gegenüber doch Sorgfalt und Pflege aufbringt, bei anderen in deren Annahme keine Schwäche sieht und sich wohl und gut dabei fühlen kann.
Gegenüber den Dingen, die er liebt, zeigt Alric große Aufmerksamkeit und ein Auge fürs Details. Er kann sehr viel Zeit und Engagement investieren, ehrgeizig und zielstrebig sein. Einer der wenigen Umstände, wo sich bei ihm auch Geduld zeigt. Neben Personen handelt es sich hierbei vor allem um Pflanzen und alles, was mit ihnen in Verbindung steht. Der Zauberer ist wissenschaftlich interessiert und hat den natürlichen Drang nach ,mehr‘, gibt sich nicht mit dem Status Quo der Erforschung und Entwicklung zufrieden. Dabei muss er nicht selbst mit der Gartenharke durchs Gebüsch krabbeln und neue Pflänzchen entdecken, aber eben die Dinge vorantreiben, beispielsweise in Projektform oder innerhalb des Familienunternehmens. Genau deshalb hat er auch in der Forschungsabteilung der Hohenheimer Zaubertrankzutaten gearbeitet und ist nun wissenschaftlicher Mitarbeiter. Und sowohl für Wissen, für Pflanzen als auch für Menschen, und da sind Studenten ein gutes Beispiel, gilt: Alric hat Freude an Dingen, die wachsen.
Neben der Forschung und Pflege hat er sein Herz außerdem ans Reisen gehängt. Er musste er andere Länder und Kulturen kennenlernen, um festzustellen, wie faszinierend diese sein können. Denn bis es ihn vor einigen Jahren ins Ausland verschlug, war er noch der Meinung - sorgfältig von seinen Eltern anerzogen - dass seine Heimat das größte und schönste Fleckchen Erde sei, inklusive aller dort herrschenden gesellschaftlichen Strukturen. Es hat ihn sehr erleichtert zu erfahren, dass dem nicht so ist. Die Heimat nimmt sich seither weniger schwer, er hat sogar gegen den ein oder anderen Zwang oder Einstellung eine regelrechte Abneigung entwickelt und ist beispielsweise äußerst dankbar darum, durch seine Auslandsaufenthalte seine Mutter regelmäßig vertrösten und sich vor gesellschaftlichen Anlässen drücken zu können. Engstirnig, miefig und provinziell ist mit einem Mal so manches Dinner geworden, bei dem seine Familie inkl. Alric selbst zuvor in vermeintlichem Glanz badete. Genauso kritisch kann Alric allerdings auch Bräuchen anderer Kulturen gegenüberstehen. Nicht immer ist sein Benehmen gut genug, um diese Ansicht für sich zu behalten.
Die Wahrnehmung einer größeren Welt hat für den jungen Mann auch eine lindernde Wirkung auf den Familienfluch, denn dieser ebenso wie seine übrigen kleinbürgerlichen Probleme scheinen gemessen an diesem Maßstab mit einem Mal kleiner. Es reicht nicht aus, um damit ins Reine zu kommen oder um sich an manchen Tagen weniger schlecht zu fühlen, aber es ist ein Anfang. Gerade weil Alric droht, seiner Düsternis zu viel Raum zuzugestehen, ist er um den größeren Blickwinkel stets bemüht. Und obwohl er sich in England so wohl und gefestigt fühlt wie schon lange nicht mehr, macht ihm deshalb der Umstand, hier schon relativ lange zu sein und durch Marisa und seine kleine Tochter hier womöglich noch länger zu bleiben, ein wenig unruhig und besorgt. Was, wenn er sich dadurch erneut einen Kokon baut, in dem sich alles im Kreis dreht und er die größere Sicht wieder verliert?


STÄRKEN:
  • Prioritäten setzen
  • klare Vorstellungen
  • dominant
  • souverän
  • spontan
  • tatkräftig
  • niedrige Hemmschwellen
  • verantwortungsvoll
  • beschützend
  • hilfsbereit
  • Familienmensch
  • detail-aufmerksam
  • Perspektiven verändern, Blick über den Tellerrand

SCHWÄCHEN:
  • verschlossen und abweisend
  • wütend
  • verletzt
  • schuldgeplagt
  • gibt dem Familienfluch immer wieder Raum
  • leichtsinnig
  • verantwortungslos gegenüber der Familie
  • Hang zum Regelbruch
  • Hang zum Ausschweifen
  • stereotypisches Männergehabe
  • Bindungsangst
  • Umgang mit eigenen Fehlern
  • düstere Stimmungen

VORLIEBEN:
  • Sorglosigkeit
  • friedliche Stimmungen
  • Ventile, Dampf ablassen, körperlich auspowern
  • Adrenalin
  • abschalten können
  • Platz fürs innere Kind
  • mit Marisa zusammen kochen oder bekocht werden
  • Vater werden
  • Pflanzen, bzw. Kräuterkunde
  • magische Geschöpfe, auch Haustiere
  • fremde Länder und Kulturen
  • Antiquitäten & Industriedesign
  • wandern
  • hohe Wälder
  • Motorrad fahren
  • deutsches Bier
  • Linzer Torte

ABNEIGUNGEN:
  • Bevormundung
  • das doppelte Spiel seiner Familie
  • Vater werden
  • in wesentlichen Dingen belogen werden
  • in wesentlichen Dingen lügen müssen
  • unmögliches Verhalten gegenüber seinen Studenten
  • Unselbstständigkeit
  • gesellschaftliche Zwänge
  • zickige Frauen
  • heile Welten
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lebensweg


1992-2003 Kindheit
Mit Alrics Geburt hatte er direkt eine wesentliche Anforderung seiner Familie erfüllt: Er war der erste Sohn und Nachkomme und damit der nächste Stammhalter der von Hohenheims. Von nun an galt es, in diese Erwartung weiter hineinzuwachsen. Neben einer dementsprechend durchaus schon von Ansprüchen geprägten Kindheit wuchs der Junge aber auch behütet und fern von materiellem oder gesellschaftlichem Mangel auf. Mit zwei Jahren bekam Alric einen Bruder, der sich wunderbar als Spielgefährte eignete. Einige Jahre später dann auch noch eine Schwester, die ebenfalls schon bald im Schlepptau landete.
Dass er beide Geschwister so gut annahm, dass sie alle sich untereinander so gut annahmen und sehr eng miteinander aufwuchsen, lag auch daran, dass von Alrics Geburt an allen Kindern es immer als Selbstverständlichkeit vermittelt wurde, dass es weitere Geschwister geben würde. Tatsächlich war es ein erklärtes Ziel der Eltern, mehrere Kinder zu bekommen. Etwas, was Alric erst viele Jahre später verstehen sollte. So hätte sein Vater auch nichts gegen weiteren Nachwuchs gehabt, im Gegenteil, aber es sollte wohl nicht sein.
Als Teil einer alten Reinblutfamilie wuchsen die Geschwister inmitten von Magie auf. Die heimische Höhlenburg war durchdrungen davon, viele Dinge wie beispielsweise die Beleuchtung, bzw. die Illusion von Tageslicht, funktionierten nur rein durch Magie. Die ersten magischen Erlebnisse der Kinder wurden also sehnlichst erwartet. Aber auch angespannt und ängstlich, auch etwas, was Alric erst viel später verstand.
So war es auch, als er selbst das erste Mal Magie zeigte. Er war ungefähr 6 Jahre alt und saß mit seinem Großvater zusammen über irgendeinem Buch und sollte Fragen Stammbäumen beantworten. Mit 6 Jahren so ungefähr das letzte, was Alric interessierte. Je länger er dort saß und je häufiger er etwas nicht wusste, desto weiter stieg seine Frustration an. In seinem kindlichen Verständnis gab es aber kein Entrinnen aus dieser Situation, die er so vehement ablehnte und so machte es schließlich peng und das Buch explodierte, segelte in kleinen Fetzen durch den Raum. Sein Großvater erstarrte, natürlich aus Überraschung, aber auch, weil da eine kleine Schrecksekunde war, ob aus der Explosion womöglich schlimmeres wurde, ein Vorhang vielleicht Feuer fing. Aber nichts dergleichen passierte und Alric nutzte die Gunst der Stunde um der Situation zu entfliehen.

2003-2010 Schulzeit
Als Alric 11 Jahre alt war, fand der heimische Unterricht mit Hauslehrer ein Ende und er ging am Ende des Sommers auf die Schule für magisch begabte Kinder. Auf Schule an sich war der Junge eher weniger scharf, allerdings freute er sich, der Familie, für die er sich mittlerweile zu groß fühlte (besonders für Mutters Küsschen), zu entkommen und seine Welt zu vergrößern. Endlich auch Gleichaltrige über sporadische Gelegenheiten hinaus kennenzulernen und sich mit ihnen anzufreunden. Die ersten Jahre war das auch sein hauptsächlicher Antrieb. Alrics Schulnoten waren okay, aber kaum einmal mehr. Stattdessen erinnert er sich an zwei oder drei Heuler seiner Mutter, nachdem er mit Klassenkameraden die Regeln reichlich gedehnt und überschritten hatte. Etwas, was bei ihm leider zu einem stolzen Grinsen führte, statt zu Einsicht und Besserung.
Trotzdem führte der Respekt vor den Eltern dazu, dass seine schulischen Leistungen nicht völlig abrutschten und er sich doch immer wieder zu Hausaufgaben und Prüfungen zusammenriss. Außerdem besuchte er pflichtschuldig mehrere AGs. Englisch war ein Muss, dass sah sogar er ein. Nicht nur, weil das Unternehmen seiner Familie international tätig war und der Anspruch seiner Eltern daher rührte. Sondern auch, wenn er später mehr als nur Deutschland sehen wollte. Und Altertümliche Magie war dann tatsächlich sogar ganz spannend, was wohl auch damit zusammenhing, dass die Lehrkraft ein Talent dafür hatte, die alten Bräuche in spannende Geschichten zu kleiden.

Es war in den Schulferien 2008, als der Familienfluch die Generation von Alric und seinen Geschwistern traf. Alric hatte eben seiner Großmutter geholfen und als Belohnung versprach sie ihm verschwörerisch etwas süßes. So machten sie sich zusammen auf den Weg in die Küche. Zwei Schritte in den Raum hinein sahen sie dann, wie die Katastrophe sich anbahnte. Pippin und Saxa waren auch da, und Saxa hantierte soeben am Ofen herum. Dem Geruch nach zu urteilen backte darin irgendein Kuchen, mit dem sie anscheinend nicht zufrieden war. „Das riecht aber nicht gut“, sagte Oma. In einem Anfall aus Wut und Frustration zog Saxa daraufhin Pippin den Zauberstab aus der Hosentasche und deutete auf den Ofen. Aber Saxa war 10 und hatte die Zauberschule noch nicht begonnen. Sie hatte keine Ahnung, was sie da tat, weder mit dem Kuchen, noch mit dem Zauberstab. Sie war temperamentvoll und ihre Emotionen kochten in dem Moment hoch.
Der Ofen explodierte. Pippin stand ihm am nächsten und Alric warf sich in die Richtung seines kleinen Bruders, zerrte ihn weg. Dahinter aber stand seine Oma, die dadurch nichts mehr zwischen sich und dem Ofen hatte. Sie wurde zurückgeschleudert, knallte mit dem Kopf auf die Fliesen und war tot.
Alle drei Kinder waren zutiefst erschüttert. Und jeder von ihnen machte sich Vorwürfe. Saxa war natürlich der Ansicht, dass sie ihre Oma getötet hatte, und das war auch die Meinung, die sich in der Familie durchsetzte. Die Interpretation des Fluchs. Pippin hingegen sagte sich, dass es sein Zauberstab gewesen war und er die Oma getötet hatte. Saxa hätte den Stab niemals bekommen dürfen. Alric seinerseits gab sich die Schuld, da er zwar Pippin weggezogen hatte, aber erst deshalb die Oma getroffen worden war. Und vielleicht wäre Pippin einfach nur gestürzt, hätte sich nicht so schlimm verletzt. Außerdem war Oma nur seinetwegen überhaupt in der Küche gewesen, sie war ja mit ihm, Alric, hergekommen. Vielleicht wäre Saxa ohne Omas Kommentar auch gar nicht so wütend geworden.
Über diese ganzen Vorwürfe hinaus sahen sich alle drei Geschwister allerdings plötzlich mit einer neuen, furchtbaren Wahrheit konfrontiert: Dem Familienfluch. Niemand von ihnen hatte zuvor davon gewusst. Niemand hatte gewusst, dass einer von ihnen das Schicksal erleiden musste, dass von seiner Hand ein Familienmitglied starb. Wie bereits seit über 200 Jahren in allen Generationen vor ihnen. Ihr Vater beispielsweise hatte seinen eigenen Bruder getötet - ebenfalls ein Unfall, aber nicht weniger dramatisch. Und der Hintergrund dazu, dass ihr Vater als ursprünglich Zweitgeborener ihrem Großvater gegenüber bis heute den Drang verspürte, sich zu beweisen. Der Fluch war auch der Grund, weshalb die Eltern unbedingt mehrere Kinder gewollt hatten, in der Hoffnung, dass nicht alle getroffen würden. Und es erklärte die Anspannung hinter den ersten magischen Erlebnissen in ihrer Kindheit.
Alric fühlte sich von seinen Eltern hintergangen. Seiner Meinung nach hätte man schon viel eher von dem Fluch erfahren müssen, um sich irgendwie darauf vorzubereiten. Vielleicht hätten die Ereignisse um ihre Großmutter die Geschwister dann weniger hart getroffen, vielleicht hätten sie alle die Schuld dann weniger bei sich selbst gesucht. Nachdem Schock und Schmerz diese Schuld jedoch tief eingebrannt hatte, war es sehr schwer, sich wieder davon zu befreien. Keiner von ihnen schaffte es.

Mit seinen 16 Jahren reagierte Alric etwas unerwartet. Er veränderte sich von einem unmotivierten Störenfried in einen nicht ganz mustergültigen, aber doch strebsamen Schüler. Es war ein Versuch, seine innere Unruhe, sein Hadern mit dem Familienfluch und seine Schuldgefühle in konstruktivere Bahnen zu lenken. Gleichzeitig war es auch eine Flucht. Er schüttete sein Gehirn und sein Bewusstsein einfach mit jeder Menge anderer Informationen und Aufgaben zu. Es war den Kindern eingeschärft worden, dass sie auf keinen Fall mit anderen außerhalb der engsten Familie über den Fluch sprechen durften, schließlich galt es, Ruf und gesellschaftlichen Stand zu schützen. Nachdem sie kurz nach dem Unfall wieder zur Schule fuhren, blieb ihnen damit kaum ein Ansprechpartner. Und obwohl die Familie eine Menge Familienzusammenhalt ,gerade in dieser schwierigen Zeit‘ propagierte, hieß es doch eigentlich nur immer ,der schlimme, schicksalhafte Fluch‘ und eine ernsthafte, gar psychologisch hilfreiche Auseinandersetzung mit dem Fluch fand nicht statt.
Der Lohn für Alrics Veränderung war in seinem siebten und letzten Schuljahr die Ernennung zum Schulsprecher. Etwas, was er mit ein wenig Sarkasmus betrachtete, denn eigentlich hatte die Schule doch keine Ahnung und es fühlte sich falsch an, für seine Reaktionen auf die Tragödie belohnt zu werden. Der Plan der Schule ging aber durchaus auf. Denn Alric hatte einen guten Stand bei seinen Mitschülern und er stellte fest, dass es ihm deutlich leichter fiel, sich um andere zu kümmern anstatt um seine eigene Familie. Er hatte sogar Spaß an dieser neuen Verantwortung, fand so etwas wie Ersatz darin. Zwischenmenschliche Bestätigung, die er sein Leben lang gewohnt gewesen war, und die sich seit dem Tod seiner Großmutter vergiftet anfühlte.

2010-2022 Lehr- und Forschungsjahre
Nach der Schule begann Alric eine dreijährige Ausbildung zum Apotheker. Seine Familie ließ ihm durchaus die Wahl, machte bei seiner Berufsausbildung aber zur Bedingung, dass es sinnvoll für das Familienunternehmen sein müsse, was Alric schließlich einmal erben und leiten würde. Auf keinen Fall, das wusste er, würde er etwas mit Alchemie oder Zaubertränken lernen. Auch kaufmännisches fand er nicht sonderlich spannend. Wäre er damals ehrlich mit sich selbst gewesen, wäre er wohl Botaniker geworden, aber da er zu sehr Distanz zu seiner Familie wollte, das Gefühl des Verrats gegenüber seinen Eltern und seinem Großvater, der ebenfalls Botaniker war, noch zu tief saß, entschied er sich für etwas anderes, neues. Dank der Beziehungen seiner Familie, die zu nutzen er sich allerdings nicht zu schade war, konnte er seine Ausbildung bei einem angesehenen Apotheker beginnen und nach erfolgreichem Abschluss am deutschen Klinikum für Hexen und Zauberer beginnen. An praktischer Heilkunde und Krankenhäusern lag Alric allerdings nicht allzu viel, er war nur klug genug einzusehen, dass er diese Chance lieber nicht in den Wind schlug. Schließlich sammelte er so viel nützliche Erfahrungen, sowohl als Abnehmer der Produkte seines Familienunternehmens als auch aus dem medizinischen Alltag. Drei Jahre lang zog er es durch, ehe er 2016 dann wohl oder übel im Familienunternehmen einstieg.

Die erste Zeit arbeitete er erst in der Forschungs- und dann in der Produktprüfabteilung. Hier setzte er sich u.a. mit der Entwicklung der Hohenheimer Fertigzaubertrankmischungen auseinander, ein Projekt, in dem er selbst als nicht sonderlich guter Braumeister, die Vorteile sofort erkennen konnte. Es war allerdings ein Stück weit schwieriger als einfach nur die Kräuter in der richtigen Menge alle zusammen in eine Tüte zu kippen, schließlich erforderten die meisten Zaubertränke mehrere verschiedene Arbeitsschritte und Stadien und so ein Kraut verhielt sich auch gepflückt von der Pflanze mit der Zeit anders.
Es drängte Alric schließlich jedoch fort. In seiner Ausbildung und der Zeit im Krankenhaus hatte er eigenständiger gelebt als jetzt und die erneute Enge mit seiner Familie machte ihm oft das Atmen schwer. Die Unternehmensstrukturen boten ihm dafür jedoch eine Möglickeit: Die Beschaffung seltener und ausländischer Zutaten, die die Firma als Rohmaterial zukaufte und dann erst verarbeitete. Dazu gab es Reisen ins Ausland, zu den entsprechenden Vorkommen und Händlern.
Für Alric bedeuteten diese Reisen Abstand zu seiner Familie. Es tat ihm leid, seine Geschwister zurückzulassen, denn er konnte sehen, dass es ihnen beiden nicht wirklich gut ging. Er war der älteste, er hatte schon immer einen natürlichen Beschützerinstinkt ihnen gegenüber empfunden. Bis heute hat er das Gefühl, hier versagt zu haben. Und das auch noch aus freien Stücken. Aber er musste raus, musste atmen, musste sehen, dass es so viel mehr gab als die beengte Höhlenburg und ein Leben und eine Familie, bei denen es sich immer nur um den Blutfluch drehte. Für ihn war es eine Wohltat, seinen Fokus endlich auf andere Dinge zu lenken. Verantwortung und Herausforderung an anderer Stelle zu finden. Schnell stellte er fest, dass er die Auslandsreisen außerdem völlig faszinierend fand. Es hatte zwar auch ausländische Mitschüler an seiner Schule gegeben, aber es war etwas ganz anderes zu erleben, wie die magische Gemeinschaft anderswo funktionierte. Und auch das relativierte den Familiendruck. Reinblut war nicht gleich Reinblut. Es gab wichtigere Maßstäbe als die seines Großvaters.
Ganz lösen konnte Alric sich von seinem Fluch jedoch nicht. Eine Zeit lang besuchte er bei seinen Reisen auch die dortigen Bibliotheken, sprach mit Heilern oder mit Menschen, die viel über alte Überlieferungen von Flüchen wussten. Wenn in Deutschland bisher niemand ein Mittel gegen den Fluch gefunden hatte, lag das vielleicht einfach auch am Ort. Vielleicht fand sich woanders etwas. Der anfängliche Elan ließ mit der Zeit aber nach, je länger er nichts fand und je mehr er sich durch neue Orte ablenken ließ.

2022-heute England
Sechs Jahre lang war Alric im Familienunternehmen mehr oder weniger gut zufrieden. Die Tage waren abwechslungsreich, seine Erfahrung wuchs und ständig gab es die Möglichkeit, etwas neues zu lernen. Obwohl er Zaubertränken nach wie vor nichts abgewinnen konnte, hatte er doch die Zutaten irgendwo zu lieben gelernt, fand viele von ihnen interessant. Pflanzen und Tiere mochte er.
Eine seiner Beschaffungsreisen führte ihn schließlich nach England. England war nebenher auch ein wichtiger Markt für das Unternehmen, aber aus dem Vertrieb hielt Alric sich doch lieber weiterhin raus. Über die Londoner Vertretung ergab sich dann die Möglichkeit, an der Universität Seven Oaks einen Gastvortrag als Eindruck aus der Wirtschaft zu halten. Ausgerechnet bei den Heilern in der Zaubertranklehre natürlich. Trotz seiner Zaubertrankabneigung fand Alric das Angebot allerdings spannend und er hatte an seinem Vortrag wirklich Spaß. Und weil es so viel Spaß machte und so gut ankam, hielt er in Alchemie gleich noch einen. Darüber kam er mit den Leuten von der Uni ins Gespräch und als diese feststellten, dass er außerdem ausgebildeter Apotheker mit Krankenhauserfahrung war, kam eins zum anderen und endete schließlich damit, dass Alric ein paar Monate später mit Beginn des Herbsttrimesters für ein Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter wurde. Allgemeine Krankheitslehre war nur bedingt sein Feld, aber für ein Forschungsprojekt konnte jemand aus der Pflanzenkunde noch gut gebraucht werden. Universität war ein neuer Kontext, aber Forschung mochte Alric, wie er aus Erfahrung bereits wusste.

Bis zur Mitte seiner 20er war eine ernste Beziehung für Alric nie ein Thema gewesen, unabhängig davon, was der Familienfluch dazu sagte. Er war gut zufrieden damit, sich nur für kurze Zeit mit einer Frau zu vergnügen und sein Nomadenleben tat das übrige. Und auch mit Ende 20 änderte sich noch nicht viel. Jeder möglicher Weise andere Wunsch wurde von ihm rigoros unterdrückt. Als er nun bei der Seven Oaks arbeitete, eröffnete sich für Alric ein neues Jagdgebiet: Studentinnen. Eigentlich nicht gerade die feine Art für einen Angestellten der Uni. Aber es gab ja noch jede Menge anderer Studiengänge, mit denen er in seiner Mitarbeiterrolle nichts zu tun hatte.
Blöd nur, dass ihm Anfang 2023 prompt eine Studentin aus der Vorlesung der Allgemeinen Krankheitslehre ins Auge fiel. Marisa war gerade erst 18 Jahre alt, noch ein Grund mehr, die Finger von ihr zu lassen und sich unverantwortlich zu fühlen. Aber auch ein Umstand, der dafür sprach, dass es ein vorübergehendes Interesse wäre. In einem einem Anflug von Leichtsinn und who-cares-Einstellung führte dann eins zum anderen und er landete tatsächlich mit Marisa im Bett. Die Geschichte schritt voran und nannte sich irgendwann sogar Beziehung, obwohl Alric emotional auf Abstand blieb oder sich das zumindest erfolgreich einredete.
Ursprünglich ging er davon aus, dass er nur ein Jahr bleiben und dann wieder für sein Familienunternehmen arbeiten und weiterziehen würde. Auch das hätte die Beziehung zu Marisa beendet. Es gefiel ihm allerdings so gut an der Universität und er spürte, dass ihm das Umfeld gut tat, dass er länger blieb. Das Projekt lief aus und Alric wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kräuterkunde. Ein Fach, in dem er sich sehr viel wohler und sicherer fühlte und wo er auch tatsächlich vollumfänglich für qualifiziert war und nicht nur eine Teilmeinung mit einbrachte. Neu für ihn waren dafür seine Aufgaben, denn nicht nur gab er vorlesungsbegleitend ein Tutorium, sondern hielt auch einige Vorlesungen selbst, wenn es seinem Professor gesundheitlich schwer fiel. Dabei fielen die Veranstaltungen zum zweiten Mal ausgerechnet in Marisas Trimester und wie auch beim ersten Mal gab es Gerede. Aber das prallte wirkungslos von Alric ab, da er schlicht zu sehr andere Prioritäten und Probleme hatte, um davon berührt zu werden. Wie es Marisa damit ging, war ihm beim ersten Mal egal gewesen. Beim zweiten Mal konnte er sich sagen, dass sie das ja schon kannte und bereits durchgestanden hatte. Eigentlich hätte er an dieser Stelle schon merken müssen, dass sein Beschützerinstinkt zu stark anschlug und es zu viel Arbeit war, ihn beiseite zu schieben.
Es hätte alles noch ein gutes Ende nehmen können, aber im Sommer 2024 kam Marisa mit Nachricht, dass sie schwanger sei. Für Alric ein Schock, ein Schlag in die Magengegend. Emotional brachte ihn das vollkommen aus dem Gleichgewicht. Und nicht nur war es eine Kurzschlussreaktion, sondern nach reiflicher Überlegung immer noch der beste Weg: Das Kind musste weg. Entsprechend setzte er Marisa zu, wurde unfreundlich, laut, bedrohlich. Würgte ihre Zuneigung ab. Auf keinen Fall würde sie das Kind bekommen, auf keinen Fall würde er Vater und sie eine Familie. Aber sie weigerte sich. Am Ende fehlte nur ein Mü und Alric hätte sie tatsächlich gewaltsam dazu gezwungen. Ein noch nicht fertig ausgebildetes Leben zu beenden hätte er gut verkraftet. Umso leichter wenn er daran dachte, dass hier die neue Generation heranwuchs, die verflucht war. Dieses Kind würde einmal ein Leben beenden - womöglich sogar Marisas! - und damit womöglich sein eigenes zerstören. Das hatte es nicht verdient und Marisa auch nicht. Wenn sie über den einmaligen Schmerz hinweg war, würde es ihr besser gehen. Da er Marisa die Wahrheit aber nicht sagen konnte, war sein Anliegen schwer zu erklären. Auch eine Hochzeit kam nicht in Frage, denn Marisa war ein Halbblut und würde von seiner Familie nicht angenommen werden. Überhaupt erfuhr seine Familie besser nie von dieser Schwangerschaft, denn Alric hielt es durchaus für möglich, dass seine Familie an Gewalt gebrauchen würde, was er nicht gekonnte hatte. Egal, wie weit die Schwangerschaft war oder ob das Kind gar schon auf der Welt war.
Entsprechend hat er sich die letzten Monate fertig gemacht und keinen Ausweg gefunden. Die Beziehung ist natürlich an dieser Situation zerbrochen und sollte das vielleicht auch bleiben. Nun wartet er mit Bangen auf den Tag der Geburt. Was aus seiner Zukunft in England wird oder ob es Alric forttreibt steht auch noch in den Sternen. Die Entwicklungen um ihn herum spielen dabei eine sehr untergeordnete Rolle, überhaupt hat er zwar gelernt, wie die englische Gesellschaft funktioniert, sieht sich selbst aber nicht als Teil davon und sieht daher großzügig über politische Entwicklungen hinweg. Das neue Ehegesetz lehnt er zwar ab, fühlt sich dadurch aber auch nicht weiter berührt. Beruflich hätte er eine Perspektive, aber er setzt sich noch nicht damit auseinander, ob er den ganzen Weg bis zum Titel des Professors beschreiten möchte. Schließlich ist auch damit zu rechnen, dass seine Familie wieder stärker am Bindfaden zieht und versucht, ihn in die Pflicht zu nehmen.


wusstest du schon, dass Alric...?



…einen Uhu namens Paracelsus hat? Diesen hat er nach einem seiner Vorfahren benannt, einem bekannten Alchemisten, der unter Muggeln als großer Wissenschaftler gilt.

...weit unter seinen Verhältnissen wohnt und oft auch lebt? Seit er in England ist, steht ihm ein Verließ in Gringotts zur Verfügung, aber der Goldhaufen dort wächst die meiste Zeit über, statt zu schwinden. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er von seinem Gehalt, den konstanten Geldfluss aus seinen Familieunternehmensanteilen tastet er selten an. Nur das ein oder andere Hobby lässt er sich von Zeit zu Zeit etwas kosten.

...ein Motorrad besitzt? Zugegeben hat er sich das bei den Muggeln abgeschaut, die im Sommer gern die Kurvenstraßen des Schwarzwalds fahren. Mit den Jahren hat er die Maschine ein wenig magisch modifiziert, sodass das Gefährt auf freier Strecke oder vor Ampeln nach vorn springen kann und bei Geschwindigkeit und Kurven nicht die Haftung verliert und weiterfährt.

...‘ Nachname und seine Verwandtschaft zu Hohenheimers Zaubertrankzutaten natürlich an der Uni bekannt ist und es ihn auch nicht wundern würde, wenn es zu Beginn seiner Lehrtätigkeit zu Tuscheleien kam, ob er die Stelle nur seiner Verwandtschaft und deren Beziehungen verdanke? Ganz falsch ist das auch nicht. Wenig bekannt ist allerdings, dass er auch Erbe dieses Unternehmens ist. Allerdings hat das nichts damit zu tun, dass Alric tiefstapeln möchte oder ihm das unangenehm ist, sondern vielmehr damit, dass er persönlich auf diese Weise weiter Distanz zu seiner Kernfamilie sucht.

...und seine Geschwister als Kinder und Jugendliche Dinge wie Memory oder Quartett mit Zaubertrankzutaten hatten? Darauf waren neben Bild und Name beim Quartett auch Informationen zu Wirkung und Produktionszahlen.

...‘s Amortentia ein helles Frühlingsgrün annimmt, sowie junge Blätter des Schwarzwalds, durch die die Sonne scheint? Er duftet wohltuend nach Kräutern, Harz und einem süßlichen Duft, den die meisten Magier wohl nicht identifizieren können, solange sie nicht aus Österreich oder Süddeutschland stammen: Linzer Torte.

...eine gute Vorstellung von seinem Irrwicht hat und damit richtig läge? Er würde ein Kind sehen, sein Kind, mit einem Zauberstab in der Hand. Es ist allerdings schwer zu sagen, ob das Kind einen Gesichtsausdruck voller Verzweiflung zeigen oder lächeln würde. Denn die eine Reaktion auf den Ausbruch des Familienfluchs ist so schlimm wie die andere.

...wenn er einen gestaltlichen Patronus zustande bringen könnte, einen silbrigen Luchs produzieren würde? Die stolze große Katze ist kräftig und wehrhaft und sporadisch seit einigen Jahren wieder im Schwarzwald anzutreffen.

...schon seinen zweiten Zauberstab besitzt? Der erste versagte ihm den Dienst, nachdem seine Großmutter ums Leben gekommen war und er vom Fluch der Familie Hohenheim erfuhr. Damals tat sich ein Spalt und ein Schmerz in seiner Persönlichkeit auf, mit dem weder Holz noch Kern zurecht kamen.

...nun einen Zauberstab aus Ahorn und Thestralschweifhaar hat? Ahorn ist ein passendes Holz für Reisende und Forscher und so spiegelt sich zum einen Alrics berufliche und fachliche Entwicklung hier wieder und zum anderen nicht nur sein häufiger Ortswechsel der letzten Jahre, sondern auch sein reisender Geist, der sich schwer damit tut, zur Ruhe zu kommen. Mag er da auch unsicher sein, ist er in dem, was er tut und zaubert hingegen entschlossen, was der Kern auch erfordert. Die notwendige Lebenserfahrung und den Draht zu seinem Kern bringt ausgerechnet der Familienfluch mit sich, da Alric dem Tod schon begegnet ist und auch Thestrale sehen kann.


sonstiges



AVATAR: Nick Bateman

ZWEITCHARAKTER: Lysander Scrimgeour, Taliesin Lloyd

SPIELERNAME: Lily

REGELN GELESEN: ja

GESUCH/ANGEWORBEN: ja, DIESES Gesuch von Justice

WEITERGABE: da Gesuch ja, Steckbrief jedoch nur zur Orientierung


Eintragungen



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[-] Schulpersonal [ ] Beruf [-] Student [ ] Abschlussjahrgänge



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