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Reinblutenklave in Dominica
Babbitty Rabbitty
Member
09.12.18 99 Posts
4 Jahre


Team


#1

Dominica
Die Reinblutenklave

Die Geschichte
Der Grundstein für die Reinblutenklave wurde schon Jahrzehnte vor ihrer tatsächlichen Gründung gelegt. In Europa wüteten fanatische Muggel und versuchten die Hexen und Zauberer unter ihnen auszurotten, was die Zauberergemeinschaft zunehmend in Bedrängnis brachte. Auch für die reinblütigen Familien wurde das Leben auf dem Festland langsam unbequem, denn obwohl die Muggel eher selten jemanden aus ihren Reihen erwischten, war es nicht angenehm zwischen Menschen zu leben, die die eigenen Gene auslöschen wollten. Hinzu kam ein zunehmendes Bemühen der Zaubereigesellschaft sich neu zu formieren und immer lauter werdende Stimmen, die stärkere Regulationen der magischen Familien forderten - also Gesetze, die den Umgang mit Muggeln regelten und dabei fast immer darauf abzielten, die Freiheiten der magischen Familien zu beschneiden. Bereits 1627 erwarb ein Pretender mit Hilfe magischer Tricks und diplomatischen Geschicks die Insel Dominica für die Familie Dragomir, die sie kurz darauf, ohne das es weiter bekannt gemacht wurde, übernahm. Nach offiziellen Muggelgeschichtsbüchern tat der Earl dies allerdings auf britisches Geheiß hin, aber ohne die Erfindung des Gedächtniszaubers wäre den Muggel heute wohl noch klar, dass der Earl of Carlisle den Kauf eigentlich im Namen einiger seiner magischen Freunde tätigte. Er gehörte einem recht exklusiven Drachen- bzw. Natur-Fanclub von (angeblich) reinblütigen Magiern aus ganz Europa an, die sich mit der Aufzucht von Drachen sowie anderen gefährlichen Tieren und Pflanzen beschäftigte - oftmals mehr in der Theorie, als in der Praxis. Die Mitglieder nannten sich Drachen-, Tier- oder Naturforscher, auch wenn lange nicht alle von ihnen tatsächlich das nötige Wissen und die Ernsthaftigkeit besaßen, um sich intensiv mit diesen Dingen zu beschäftigen. Sie erwarben die Insel, weil ein paar der tatsächlichen versierten Familien den Traum eines eigenen Reservats für ihr Hobby hatten und Dominica mit seinen natürlich vorkommenden Vipernzähnen und der Abgeschiedenheit einen guten Ausgangspunkt bot, doch schon zu dieser Zeit sahen sie es auch als möglichen Rückzugsort, sollte es auf dem Festland zu unruhig werden.

Ab 1627 wurde die Insel also so ausgebaut, dass sie sich theoretisch für die Aufzucht von Drachen eignen würde. Schutzzauber vor den, vom Fortschritt noch abgeschnittenen, Muggeln wurden um einen Teil der Insel gezogen und wäre dem damals nicht so gewesen, wäre die Insel in Muggelaugen heute um einiges größer, als die Muggel es glauben. Einfache Baumhütten mit den nötigen Bequemlichkeiten für ein paar Wochen Aufenthalt wurden gebaut und unterirdische Höhlen befestigt. In Europa tobte während dessen die Jagd nach Hexen weiter und die Zauberergemeinschaft geriet zunehmend unter Druck. Als 1689 der Entwurf des Gesetzes zur Geheimhaltung vor Muggeln herauskam und sich zunehmend Strukturen entsprechend der heutigen Zaubereiministerien herausbildeten, wurden die magischen Familien unruhig. Das Abkommen beschränkte sie selbst, ihre Möglichkeiten und Freiheiten, aber vor allem auch ihre Möglichkeiten zum Kauf und zur Haltung von Drachen, denn auch diese mussten nun zunehmend besser von Muggeln abgeschirmt werden. Bis das Gesetz 1692 rechtskräftig wurde, beschlossen die reinblütigen Mitglieder der illustren Gemeinschaft auf ihre eigene Art zu rebellieren. Sie waren in Sorge, dass dies nur der Anfang war, ihre Rechte immer weiter beschnitten werden und sie immer weiter eingeengt werden würden. Aus diesem Grund beschlossen einige besonders extreme und exzentrische Mitglieder des Clubs, sich auf die Insel abzusetzen, wo sie glaubten unbehelligt von ministeriellen Einflüssen leben zu können, denn Brasilien, das Land, zu dem Dominica gehörte, sollte erst einige Jahre später ähnliche Strukturen wie Europa bilden. Obwohl sich am ursprünglichen Aufbau Dominicas sehr viele Familien des Clubs beteiligt hatten, waren es nun lediglich ein paar Familien, ja oft nur Zweige dieser Familien, die sich abschotten wollten. Die betroffenen Pretender und Reinblüter waren Einzelgänger, Fanaten, Drachenliebhaber oder sahen aus anderen Gründen für sich keine Zukunft in Europa. Als sie 1693 nach Dominica umsiedelten, erregte dies kaum Aufmerksamkeit im sich nur langsam beruhigenden Europa.

So kam es, dass kurz vor dem Jahrhundertwechsel etwa hundert Zauberer und Hexen heimlich ihr geschütztes Gebiet in Dominica besiedelten. Die genaue Zahl und welche Familien wie viele Mitglieder stellten, ist heute nicht bekannt. Europa war zu unruhig, zu viele Hexen und Zauberer flohen und die Enklavenmitglieder legten keinen Wert darauf, ihre Flucht allzu öffentlich zu machen. Zwar ist bekannt, dass einige der Reinblüter Tagebuch führten, aber diese Pergamentblätter überlebten das feuchte Klima auf Dauer nicht und waren von den tropen-unerfahrenen Europäern nicht ausreichend geschützt worden. Das Augenmerk der Enklavenmitglieder lag auf anderen Dingen, nämlich der Flora und Fauna ihrer neuen Heimat und natürlich auf den von ihnen mitgebrachten Dracheneiern. Es galt das Reservat aufzubauen und vor allem die Übersiedler, die sich bisher in vielen Fällen nur in der Theorie mit der Aufzucht und Haltung von Drachen auskannten, gründlich in ihre zukünftigen Aufgaben einzuweisen. Hier waren die tatsächlich ausgebildeten Hexen und Zauberer gefragt, die schon ihr Leben lang mit Drachen gearbeitet hatten und sowohl an Pflege als auch an Züchtung beteiligt gewesen waren. Diese zusätzliche Aufgabe nahmen diese jedoch gelassen hin, erfüllten sie sich mit der exotischen Aufzucht der Vipernzähne einen Lebenstraum. Gerade zu Beginn war hier auch zusätzlich mit Sprachbarrieren zu kämpfen, da die Mitglieder aus unterschiedlichen Ländern kamen und lange nicht jeder der französischen Sprache - die Sprache, die unter den Anwesenden am verbreitetsten war - mächtig war. Für diejenigen, die sich nicht mit der Drachenaufzucht beschäftigen konnten oder wollten galt es die Flora zu erkunden, das Dorf aufzubauen und sich um die Erziehung der Kinder zu kümmern. Natürlich waren der Dorfbereich und das eigentliche Reservat streng durch Zauber voneinander getrennt, so dass weder ein Vipernzahn, noch die aus den mitgebrachten Eiern schlüpfenden Drachen je einen Ausflug in den Wohnbereich der Zauberer und Hexen machen konnten.

In den nächsten Jahren sollte die Enklave sich unbehelligt entwickeln können. Das Reservat wurde zunehmend gesichert, die ersten aus Europa mitgebrachten Drachen mit den heimischen verpaart und auch ihre eigene Zucht mussten die Reinblüter angehen. Von den etwa hundert Reinblütern waren nicht alle junge Menschen oder Kinder, so dass der schon früh zusammengestellte Rat strikt über die Heiratspolitik in der Enklave wachte. Die Reinblüter wollten ihre Reinheit erhalten (das sich Pretender unter ihnen befanden, war nicht öffentlich bekannt), aber sie alle waren auch mehr oder weniger biologisch versiert und wussten, dass es auf Dauer schwierig werden würde, ausreichende Varianz im Genpool aufrechtzuerhalten. Auch deshalb wurde nach der Bildung des brasilianischen Zaubereiministeriums Anfang des 18. Jahrhunderts mit einem gewissen Widerwillen hingenommen, dass die Enklave offiziell zu brasilianischem Land gehörte und das Ministerium Einblick in die Enklave wollte. Dominicas Reinblüter gaben sich gegenüber dem Ministerium von Anfang an distanziert, aber höflich und man konnte sich auf ein Abkommen einigen, dass es den ehemaligen Europäern erlaubte, ihre Drachen und Pflanzen auf dem von ihnen gesicherten Boden zu züchten und es zuließ, dass sie auf ihrem Land weiterhin keine Muggelstämmigen und Halbblüter erlauben mussten. Zu diesem Zweck kauften sie das Reservat offiziell als Privatgrundstück, das sie in den nächsten Jahren über gewonnene Rohstoffe aus Drachen und Pflanzen abbezahlten, und konnten so von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, nicht jede Art von Besuch zu empfangen. Mit regelmäßigen Kontrollen des Reservats durch das Ministerium, haben die Enklavemitglieder gelernt widerwillig umzugehen. Dieser Handel mit Brasilien erlaubte den Reinblütern ein paar für sie wichtige Vorteile zu genießen. Als offizielle Brasilianer konnten sie jederzeit auf das Festland reisen, die dortigen medizinischen Möglichkeiten, den Handel und auch die Bildungsmöglichkeiten nutzen. Enklavenmitglieder besuchen heute zum Beispiel üblicherweise die Zauberschule Castelobruxo. Auch das Problem der fehlenden Reinblütervarianz konnte so zumindest eingedämmt werden. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts legte der Rat für die Enklave fest, das reinblütige Ehepartner, die von außerhalb der Enklave angeheiratet wurden, ebenfalls Enklavenmitglieder werden und auf dem Besitz der früheren Europäer leben durften. Dies galt für jede Art Reinblut, egal aus welchem Land, aber natürlich wurde der Enklave über die nächsten anderthalb Jahrhunderte vor allem durch brasilianische Familien frisches Blut zugeführt. Bis heute ist der Beschluss des Rates übrigens ein heftiges Diskussionsthema, denn einige wenige Familien oder Familienzweige sind immer noch gegen eine Vermischung der eigenen Blutlinien mit Blutlinien außerhalb der Insel. Hierbei handelt es sich um eine klare Minderheit in der Enklave, die der ungesunden Auffassung unterliegt, das die Familien auf der Insel etwas Besseres sind und Einflüsse von außerhalb - egal wie klein oder groß - die Insel aus ihrem Gleichgewicht bringen könnten.


Die Insel Dominica
Allgemein
Dominica, “the nature island”, ist für ihre vielfältige Flora und Fauna nicht nur bei den Muggeln bekannt. Das tropische Klima, das nur durch nordöstliche Winde gemildert wird, sorgt für stetig hohe Temperaturen von 20 bis 30 Grad. Starke Regenfälle sorgen für ausreichend Feuchtigkeit, führen allerdings auch oft genug zu Überschwemmungen und Erdrutschen und gehen oft mit Hurrikans einher. Zwischen Mai und November sind gerade letztere häufig anzutreffen und rütteln die Inselbewohner meist gut durch. Von diesen doch extremeren Wetterbedingungen sind selbstverständlich auch die magischen Bewohner der Insel betroffen, die durch zahlreiche Vorkehrungen und stetiges Instandhalten ihrer Schutzzauber meistens recht unbeschadet aus solchen Naturereignissen hervorgehen, nichts desto trotz aber immer in Alarmbereitschaft sind. Während die Muggel sich besonders an der hügeligen Landschaft, den Flüssen und Bächen sowie den Seen erfreuen, liegt die Aufmerksamkeit der magischen Bevölkerung mehr auf dem Drachenreservat sowie anderen Tieren und seltenen Pflanzen, die sich hier im Unterholz tummeln. Neben verschiedenen Eidechsenarten, Nagern und Verwandten des bösen Sturzfalters findet man hier auch noch ganz andere Tierwesen, von dem Hexen und Zauberer in England vermutlich nicht einmal träumen würden. Fressen oder gefressen werden - das könnte man wohl als Motto der eigentlich so paradiesischen Insel festhalten. Besonders stolz sind die Bewohner der Insel auf ihre Drachen, darunter Peruanische Vipernzähne in Reinform sowie Ungarische Hornschwänze und Rumänische Langhörner in Mischform. Während erstere Drachenart in Dominica heimisch ist, wurden die anderen beiden Arten noch in ihren Eiern von den ersten Familien auf der Insel mitgebracht. Neben den Fauna glänzt der grüne Fleck im Ozean allerdings auch mit seiner Flora. Die Insel ist unter Magiern besonders für ihr reiches Vorkommen an giftigen Pflanzen bekannt, die nicht selten erstaunliche Heilwirkungen in sich bergen, allerdings auch äußerst schwierig zu händeln sind. Einige der Tiere und Pflanzen enthalten fluoreszierende Stoffe, sodass sich Nachts teils wunderschöne, teils aber auch sehr verstörende Szenarien beobachten lassen.

Das Drachenreservat
Das Reservat umfasst insgesamt in etwa 30 Drachen, der Großteil besteht aus peruanischen Vipernzähnen, allerdings gibt es auch ein paar Mischlinge, die sowohl Einflüsse des ungarischen Hornschwanz als auch des rumänischen Langhorns in sich haben. Um eine gute Pflege der Drachen zu gewährleisten, wird dafür gesorgt, dass maximal drei Drachenweibchen gleichzeitig trächtig sind. Um dies zu gewährleisten, erhalten die Drachen über ihr Futter verhütende Substanzen. Soll ein Weibchen trächtig werden, wird es vom Rest der Drachen getrennt und mit dem Zuchtpartner in ein eigenes Gehege gesperrt. Das Reservat teilt sich in mehrere Gehege auf, die neben der ungestörten und gezielten Verpaarung auch sicherstellen sollen, dass bei Schwierigkeiten zwischen den Drachen nie alle dreißig Tiere auf einmal in Aufruhr geraten können. Es leben maximal zehn Drachen in einem Gehege. Dominica nimmt an einem Aufzuchtprogramm teil, in dem sie für andere Reservate Eier ausbrüten und Jungtiere heranziehen, die mit drei Jahren wieder zurück an ihr ursprüngliches Reservat gehen. Neben der eigenen Zucht bekommen die Inselbewohner auch teilweise durch Beziehungen in ihre Heimatländer, d.h. zu Nachkommen ihrer Familien und über deren Beziehungen in Reservate, neue Dracheneier, die den Genpool auf der Insel erweitern und variabel halten.

Die Pflanzenkundigen von Dominica
Während sehr viele der Enklavenmitglieder sich der Karriere als Drachenwärter widmen, ist die Gruppe der Pflanzenkundigen oft nur mit einer Handvoll Mitgliedern vertreten. Im Vergleich zur Arbeit mit den Drachen, ist der Umgang mit den frei und wild auf der Insel wachsenden Pflanzen allerdings weniger zeitaufwendig und ist nur zur Erntezeit mit dem Arbeitspensum der Drachenwärter zu vergleichen. Gefährlich ist der Beruf alle Mal und daher ist die Ausbildung nicht weniger streng geregelt als die der Drachenwärter. Den ausgebildeten und vom Ministerium verifizierten Pflanzenkundigen obliegt es, die wildwachsende Plflanzenpopulation zu beaufsichtigen, sie zum richtigen Zeitpunkt abzuernten, was der wirklich schwierige und gefährliche Teil ihrer Arbeit ist, und die geernteten Pflanzenteile soweit wie nötig zu verarbeiten, ehe sie ans Festland gesendet oder zum Eigenbedarf gelagert werden können. Außerdem sind die Pflanzenkundigen dafür verantwortlich, das Reservat, das Dorf und die Wege durch den Dschungel von Giftpflanzen freizuhalten, so dass sie keinem Enklavenmitglied schaden können, und die Kinder für einige Stunden zu unterrichten, so dass sie die gefährlichsten Pflanzen selbst erkennen und ihnen ausweichen können.


Gesellschaft - die Reinblutenklave
Der Rat
Ursprünglich geplant als kleine Version des in Europa verbreiteten Ratssystems mit je einem Mitglied aus jeder Familie im regierenden Rat - also 17 Sitzen - hat sich das Enklavensystem durch die Entwicklung in Brasilien und die damit einhergehende ministerielle Regulierung, aber auch durch das Aussterben einiger Familien zu einer Art Dorfrat entwickelt, die die Position des Bürgermeisters einnimmt und in der jede der alten Flüchtlingsfamilien Anspruch auf einen Platz hat. Wer die Familie im Rat vertritt, darf die jeweilige Familie selbst entscheiden. Es gibt keinen festen Vorsitzenden, auch wenn sich in jeder Generation bestimmte Personen als Diskussionsführer hervortun und bestimmte Familien diese Diskussionsführer wesentlich häufiger stellen als andere. Der Rat entscheidet über Streitigkeiten innerhalb der Enklave und über Bestrafungen bei Nichteinhaltung der Enklavenregeln. Nur der Rat kann einem Mitglied des äußeren Zirkels das Recht geben, einen festen Wohnsitz auf der Insel zu besetzen, und es ist der Rat, der über die Pflanzen und Drachen und andere Tiere wacht, den Handel mit Brasilien koordiniert und all die anderen organisatorischen Kleinigkeiten regelt, die für das Überleben der Enklave wichtig sind. Die wichtigsten Regeln der Enklave lauten: "Erhalte deinen Blutstatus" und "Kein unwürdiges Blut auf unserem Land!". Damit ist es muggelstämmigen und halbblütigen Hexen und Zauberern sowie Reinblütern, die mit keinem Inselbewohner liiert sind, verboten, das Herz der Siedlung zu betreten. Bei Verstoß gegen diese zwei Gesetzte folgt zumeist ein Ausschluss aus der Gesellschaft.

Frauen und Kinder in der Enklave
Obwohl die Familien auf der Insel streng auf ihre Reinblütigkeit bedacht und in vielen Dingen sehr traditionell eingestellt sind, hat sich in Sachen Geschlechterrollen eine für damalige Zeiten noch tolerantere Einstellung als im Rest der eh schon eher liberal eingestellten Zaubererwelt entwickelt. Zuerst geschah dies gezwungenermaßen, denn die Enklave war sehr klein und jede helfende Hand wurde gebraucht, um sich an das neue Leben anzupassen. Entsprechend wurden auch die weiblichen Flüchtlinge zu Drachenwärtern und Pflanzenkundigen ausgebildet, halfen die Häuser wohnlicher zu machen und die Abwehrzauber immer wieder zu erneuern. Eine heute in der Enklave geborene Frau sieht sich ebenbürtig zu den männlichen Reinblütern. Sie hat das gleiche Recht wie ihre eventuellen Brüder, kann ihre Familie im Rat vertreten und hat ebenso viel Selbstbestimmung wie die männlichen Nachkommen über ihr späteres Leben. Um den Frauen das Arbeiten in der Enklave zu ermöglichen, hat es sich schnell nach der Flucht eingebürgert, dass Reinblüterinnen mit jungen Kindern diese Morgens bei den Kinderfrauen des Dorfes abgeben können. Dies sind Frauen, die sich dafür entschieden haben, ihre Aufgabe in der Miterziehung und Betreuung der Enklavenkinder zu sehen. Oft werden die privaten Räume der Frauen dafür genutzt, da die Kinderanzahl innerhalb der magischen Gesellschaft der Insel sich in Grenzen hält und nicht viel Platz benötigt wird. Die jüngeren Kinder können unter Aufsicht der Kinderfrauen spielen, lernen aber auch schnell wichtige Dinge, wie giftige von ungiftigen Pflanzen zu unterscheiden, wo die Grenzen der Schutzzauber sind und wie man mit den Tieren auf der Insel umgeht. Älteren Kindern wird das Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht.

Sprachen
In der Zeit, in der sich die Enklave entwickelte, war Französisch eine der verbreitetsten Sprachen auf der Welt und gerade in gehobener Gesellschaft gerne gesprochen. So kam es auch, das große Teile des Drachenclubs des Französischen mächtig waren, weshalb die Sprache als Hauptsprache der Enklave festgelegt wurde. Jeder Inselbewohner spricht Französisch, auch wenn dieses nicht mit dem eines Muttersprachlers vergleichbar ist. Während zu Beginn mit Sprachzaubern ausgeholfen und Lehrstunden abgehalten wurden, hat sich über die Zeit eine Art Mischsprache entwickelt, in der man auch Begriffe aus den anderen Ländern wiederfinden kann. Somit wird das Französisch der Enklave auch außerhalb verstanden, allerdings kann es aufgrund ausgefallener Wortkreationen und ein paar grammatikalischer Unsauberkeiten gut zu Missverständnissen kommen. Portugiesisch gilt, bedingt durch den Anschluss an Brasilien, als Muttersprache aller Inselbewohner und wird den Kindern der Insel beigebracht, da sie ab ihrem elften Jahr ihren Unterricht auf Portugiesisch erhalten. Englisch ist nicht besonders verbreitet und wird von vielen nur sehr gebrochen gesprochen, wobei manche Familien durchaus Wert darauf legen, ihren Nachkommen zumindest die Grundlagen beizubringen.

Wohnen
Dank Ausweitungszaubern und anderer Magie ist das Wohnen im verwucherten Regenwald Dominicas gemütlicher, als man auf den ersten Blick vermuten mag, wenn ihnen auch jeglicher Prunk englischer Herrenhäuser oder europäischer Burgen fehlt. Die Reinblüter von Dominica sind, was Besitz und Lebensstil angeht, sehr bescheiden, und ihr für sie wertvollster Besitz sind oft Dinge gefertigt aus Drachenhaut oder Drachenknochen. Die kleinen Häuser der Enklave sind keinesfalls leicht zu finden, wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss. Nicht auf dem Boden, sondern in den Baumkronen ist die kleine, magische Siedlung zu finden. Die Baumhäuser verschmelzen regelrecht mit ihrer Umgebung und sind über mit Schwebezaubern versehenen Gegenständen (verzauberte Blätter, etc.) zu erreichen. Kleine Hängebrücken verbinden die einzelnen Gebäude miteinander, wobei man hier definitiv Schwindelfrei sein sollte. Manche Familien sind im Besitz von Hauselfen, allerdings sind diese hier viel weniger verbreitet als in anderen Reinblutkreisen. Zu Gründungszeiten gab es ebenfalls Pläne für ein eigenes Zaubereiministerium, das unterirdisch angesiedelt werden sollte, doch diese Pläne wurden schnell als zu großspurig für die kleine Siedlung verworfen. Zurück bleibt ein vereinzelter Eingang über einen ausgehöhlten, riesigen Baum am Rande der Siedlung in ein spärlich ausgebautes unterirdisches Reich, das heute entgegen ursprünglicher Pläne nur zu einem Zweck genutzt wird - der Reise zum Festland. Unter der Erde, versehen mit einem Abzug, der durch die Wurzeln der Eiche bis zum Waldboden reicht und gut versteckt ist, haben die ersten Hexen und Zauberer einen riesigen Kamin erbaut, der einzig und allein für die Flohpulverreise genutzt wird. Er ist die einzige Flohpulververbindung zum Festland. Durch ihn reisen auf dem Festland lebende Enklavenangehörige und Schüler, aber auch Warenlieferungen werden über diesen Kamin betätigt. Vom Kaminzimmer, das nicht mehr als eine riesige nackte Höhle mit besagtem Kamin ist, gehen vier Gänge ab, die heute noch an die ursprünglichen Vorhaben der ersten europäischen Hexen und Zauberer auf der Insel erinnern. Die Gänge sind abgesperrt und gelten als einsturzgefährdet und noch dazu weit ins Erdreich verzweigt. Sie sollten nicht betreten werden, sofern man sein Leben schätzt. Es kursieren Gerüchte über eine alte Bibliothek, die irgendwo in diesem schwer zugänglichen Irrgarten aus Gängen unter der Erde vergraben liegen und die damals von den Flüchtlingen mitgebrachten Bücher enthalten soll, doch bis heute äußern sich die Enklavenmitglieder nicht dazu, das angeblich kostbare alte Werke über schwarze Magie, Familientagebücher, Dokumentationen der Hexenverfolgung, Stammbäume und historische Abhandlungen in ihrem Besitz sein sollen.

Ausbildung auf der Insel
Durch ihre eigenbrötlerische Art ist es den Inselbewohnern wichtig, die Ausbildung zum Drachenwärter bzw. zum Umgang mit den giftigen Pflanzen selbst durchzuführen. Eine Ausbildung auf der Insel dauert drei Jahre, wobei die Lehrmethoden größtenteils aus den Ursprungsländern importiert und durch moderne Methoden und Standards ergänzt wurden. Schlussendlich muss beim brasilianischen Ministerium jedoch immer noch die ganz normale Abschlussprüfung zum Drachenwärter abgelegt werden, damit die Kandidaten letztendlich ihren Beruf ausüben dürfen. Daher wird in der Ausbildung viel Wert darauf gelegt, die brasilianischen Richtlinien zur Drachenaufzucht zu vermitteln.


Die Familien

HerkunftFamiliennameBlutstatusBerufsfeld
BelgienDuboisReinblutDrachen
BelgienWillems (weib. Linie)ReinblutDrachen
BelgienDialloReinblutPflanzen
Deutschvon ZellPretenderPflanzen
Deutschvon Bern (abgewandert)PretenderHandel
Niederlandede VriesReinblutHandel
NiederlandeBlomPretenderDrachen
NiederlandeSandersReinblutDrachen
RumänienDragomirReinblutDrachen
ÖsterreichWinterReinblutDrachen
ÖsterreichWagnerPretenderDrachen
SchweizFavre (weib. Linie)ReinblutDrachen
SchweizBastie (ausgestorben)ReinblutDrachen
ItalienCrivelli (verstoßen)ReinblutHandel
UngarnVarga (weib. Linie)ReinblutPflanzen
UngarnFarkasPretenderDrachen
UngarnAntalPretenderDrachen

Während es ursprünglich Vertreter von siebzehn Reinblutfamilien waren, die auf der Insel Dominica aus gleichen Gründen Schutz suchten, so hat sich die Zahl der Familien heute doch stark reduziert. Zu Besiedlungszeit befanden sich in etwa 100 Hexen und Zauberer auf der Insel, von denen sich große Teile, allerdings nicht alle, fortpflanzten. Die Familie Willems schickte lediglich weibliche Vertreterinnen ihrer Blutlinie auf die Insel, die bereits mit Reinblütern verlobt waren, die die Insel als Rückzugsort wählten, sodass der Familienname bereits nach der ersten Generation Geschichte war. Zwar hatte auch der Rest der Familie mit sich gehadert, aber die anderen Mitglieder entschieden sich schließlich, in Europa zu bleiben. Die Familien Favre und Varga hingegen hatten über zwei Generationen hinweg Pech mit dem Nachwuchs, sodass diese Familienzweige genau wie die der Willems nur noch in der weiblichen Linie erhalten sind. Andere Familien verabschiedeten sich aus unterschiedlichen Gründen von dem eigentlichen Traumprojekt: Während die von Berns nach der ersten Generation aufgrund von mangelndem Geschäft mit Brasilien der Enklave den Rücken kehrten, schaffte die Familie Bastie es, auf der Insel auszusterben (hier kursieren einige unterhaltsamen Gerüchte). Die Familie Crivelli schoss den Vogel jedoch ab, indem eines ihrer Mitglieder eines der absoluten Grundgesetze des magischen Dorfs brach - man geleitete Unwürdige in das Herz der Enklave. Für diesen Verstoß wurde die gesamte Familie von der Insel verbannt. Dies wollten die Crivellis allerdings nicht einfach so hinnehmen, sondern sehnten sich nach Rache - dies geschah in Form eines Blutfluchs, der noch heute in einigen Familien auftritt. Die übrigen Familien stellen weiterhin die Enklavenmitglieder, wobei neben den obenstehenden Nachnamen natürlich auch andere, aus fremden Ländern importierte Nachnamen zu finden sind. Auf Enklavenboden wird diese Tatsache gekonnt ignoriert und jedes Enklavenmitglied, wird mit dem europäischen Nachnamen angesprochen, den seine Flüchtlingsurahnen trugen, selbst wenn das Reinblut eigentlich einen brasilianischen oder anderen Nachnamen sein eigen nennt. Alle Familien, die auf der Insel leben, werden intern auch als innerer Kreis bezeichnet, während Familienteile, die sich z.B. nach Brasilien abgesetzt haben, zum äußeren Kreis gehören. Das Mitspracherecht in der Enklave ist auf den inneren Kreis beschränkt, allerdings dürfen Mitglieder des äußeren Kreises auf der Insel arbeiten und können, genau wie ihre Nachkommen, jederzeit zurück auf die Insel ziehen.

Alle Familien haben einen eigenen beruflichen Schwerpunkt: Während sich ein paar wenige hauptsächlich um den Handel oder die Pflanzen der Insel kümmern, arbeitet der Großteil der Bewohner im Drachenreservat. Natürlich gibt es hier und da auch mal Ausreißer, die sich beispielsweise mehr für die magischen Vögel der Insel interessieren, als für die Drachen, aber diese bilden die Ausnahme. Mit einer Bewohnerzahl von rund 80 Hexen und Zauberern hat sich das magische Dorf über die Jahre verkleinert und es zeigen sich inzwischen schon in einigen Familienzweigen Auswirkungen des immer noch zu kleinen Genpools. Schwere Krankheiten wie Hämophilie (Bluterkrankheit), Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit), Sichelzellenanämie und Polydaktylie kamen auf der Insel bereits vor, auch wenn davon längst nicht alle Fälle öffentlich sind. Oft verlassen schwerkranke Familienmitglieder nicht mehr das Haus, werden behütet und verheimlicht. Dass die Drachenwärter und Plfanzenkundigen unter ihnen nicht mehr ihren Aufgaben nachkommen können, wird mit ihrem Wunsch nach mehr theoretischer Arbeit, zum Beispiel dem Projekt ein Pflanzenlexikon zu erstellen, entschuldigt. Neben den sehr schweren Krankheitsbildern findet man aber auch andere Ausprägungen wie die rot-grün Sehschwäche, Asthma sowie mentale Labilitäten bis hin zur Schizophrenie, die erst im höheren Alter auftritt und nach deren Ausbruch die Familienmitglieder immer vom aktiven Dienst an Drachen abgezogen werden. Offiziell werden oft andere Gründe für den Rückzug der Familienmitglieder angegeben. Auch Konzentrationsprobleme, Immunschwächen, schlechte Konstitution und Herzprobleme sind keine Seltenheit. Abhilfe soll hier die jüngste Generation schaffen, weshalb viele Familien ihre Kinder temporär ins Ausland schicken, um dort nach passenden Ehepartnern zu suchen. Das auf der Insel bei Weitem nicht mehr alle Familien wirklich reinblütig sind, ist nur den wenigstens klar. Die Pretender, die gleich zu Beginn mit auf die Insel übersiedelten, haben ihre Spuren in den Stammbäumen hinterlassen, ohne das es den anderen Familien klar ist - verlorene Aufzeichnungen und Stammbäume, die dem Klima nicht standgehalten haben, sei Dank.


Dominica und Brasilien heute
Über die Jahre hat sich die diplomatische Beziehung zwischen Brasilien und Dominica kaum verändert. Man toleriert sich, lebt aber größtenteils aneinander vorbei. Unabhängigkeit ist den Inselbewohnern wichtig, weshalb man sich streng an die Vorgaben des brasilianischen Ministeriums hält, um weiterhin in Isolation leben zu dürfen. Für Brasilien ist dies kein Minusgeschäft, stehen sie schließlich nicht in der Pflicht, sich selbst um Drachen und Pflanzen zu kümmern und Muggel vor diesen zu schützen. Das Ministerium hält einen äußerst wachsamen Blick auf die Insel, da gefährliche Drachen und Muggel hier doch recht nahe beieinander leben. Die Enklavenmitglieder achten peinlich genau darauf, dass die Schutzzauber regelmäßig aufgefrischt werden und wirklich jede Sicherungsmöglichkeit ausgenutzt wird. Entsprechend ist es noch nie zu einer Verletzung eines Muggels durch Drachen gekommen, allerdings gab es einige heikle Sichtungen, zum Beispiel als ein Männchen aus einem anderen Reservat für eine Paarung nach Dominica gebracht wurde. Auch haben Enklavenkinder sich hin und wieder versehentlich hinter die Grenzen des Enklavengebiets verirrt und dabei Muggel erschreckt, die nicht schlecht schauten, als besagte Kinder plötzlich ins Nichts zu verschwinden schienen, weil sie wieder in den Schutz eines Illusionszaubers getreten waren, der unter anderem um das Enklavengebiet liegt. Bei derlei Zwischenfällen hat die Enklave Vergissmichs aus dem brasilianischen Ministerium einzuschalten, und muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Auch achtet das Ministerium darauf, dass immer genügend ausgebildete Drachenwärter im Reservat angestellt sind. Dies hat schon zu der ein oder anderen Diskussion geführt und am Ende gab Dominica lieber ein paar Drachen an andere Reservate ab, als ihr Drachenwärternachwuchs sank, statt Eindringlinge zuzulassen. Über die Jahre haben sich einige Handelsbeziehungen zum Festland aufgebaut, die dafür sorgen, das es der Enklave an nichts fehlt, doch auch die Abhängigkeit zu dem nahegelegenen Land besteht weiterhin. Die Insel selbst verfügt zum Beispiel nur über eine sehr eingeschränkte medizinische Versorgung, weshalb ernste Verletzungen und Krankheiten stets in Brasilien selbst behandelt werden müssen.

Die Kinder der Enklave werden - sobald das entsprechende Alter erreicht ist - nach Castelobruxo geschickt, wo einige von ihnen aufgrund ihrer Ansichten und ihres Lebensstils als Außenseiter angesehen werden. Grund für die Ausbildung in Castelobruxo ist hauptsächlich der versierte Unterricht in Pflanzenkunde und Tierkunde, der insbesondere den Inselbewohnern zugute kommt. Andere, die unter einem brasilianischen Elternteil aufgewachsen sind, können sich gut integrieren, und dann gibt es da noch die Jugendlichen, die keine Enklavenmitglieder sind, aber einen Enklavenelternteil besitzen. Hierbei handelt es sich oft um die Kinder von Enklavenmitgliedern, die sich für eine Ehe und ein Leben auf dem Festland entschieden haben und damit nicht mehr zum inneren Kreis der Enklave gehören. Sie werden von ihren Mitschülern meist als einer der Ihren angesehen, weil sie auf dem Festland aufgewachsen sind.

Viele der Familien orientieren sich auch heute noch an Bräuchen aus ihren Heimatländern, wobei sich über die Jahre in vielen Familien auch die brasilianische Kultur eingenistet hat. Ein paar wenige distanzieren sich sehr von der brasilianischen Kultur, diese Einzelpersonen sind jedoch als Ausnahmen zu sehen und generell wurde Brasilien als Heimat akzeptiert. Eine Vermischung mit dem Festland findet nur begrenzt statt. Manche Familien sind offener für äußere Einflüsse, ein paar Einzelne stellen sich aus fanatischen Gründen quer, was nicht gerade dazu beiträgt, die zunehmenden Gendefekte zurückzudrängen. Inzwischen versuchen immer mehr Enklavenmitglieder Wege zu finden, frisches Blut in ihre Linien zu bekommen, und richten ihre Aufmerksamkeit dafür auch auf Europa.


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